Val Poschiavo und Raselli werden oft in einem Atemzug genannt. Während das Val Poschiavo, das südlichste Alpental im Kanton Graubünden, für herrliche Natur und Bio-Produkte steht, denkt man beim Namen Raselli sofort an Kräuter. Wie es dazu kam, ist eine besondere Erfolgsgeschichte.

Fabrizio und Reto Raselli sind beide mit Kräutern gross geworden, doch jeder auf seine Weise. Reto, der visionäre Gründer der Raselli Erboristeria Biologica verband das traditionelle Kräuterwissen des Val Poschiavo mit unternehmerischem Weitblick. Eine Generation später lernte sein Neffe Fabrizio – der heute den landwirtschaftlichen Bereich des Unternehmens führt – auf den Feldern seines Onkels, wie viel Geduld und Ausdauer nötig ist, um hochwertige Bio-Kräuter anzubauen.

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Atemberaubende Alpenwelt 

Das Kräuterparadies der Rasellis befindet sich in Le Prese, im Herzen des Val Poschiavo. Während sich im Norden des Alpentals die majestätischen Viertausender des Bernina-Massivs erheben, wachsen im Süden bereits die Palmen. Das Val Poschiavo ist das südlichste Tal des Kantons Graubünden – des grössten und am dünnsten besiedelten Kantons der Schweiz. Wer unberührte Natur, atemberaubende Landschaften, schneebedeckte Gipfel und glasklare Seen sucht, ist hier genau richtig. Im Puschlav spricht man Italienisch; und von den Kräuterfeldern der Rasellis bis zur italienischen Grenze ist es nur eine halbe Stunde mit dem Zug.

Vom Kräuterbauer zum Unternehmer 

Die flachen Felder der Raselli Erboristeria Biologica liegen unweit des smaragdblauen Lago di Poschiavo. Auf 1’000 Metern über Meer profitieren die Kräuter nicht nur von der südlichen Sonne, sondern auch vom nahe gelegenen See, der den Boden auf natürliche Art feucht hält. Was die Raselli Erboristeria Biologica jedoch wirklich zum Wachsen brachte, waren nicht allein die günstigen klimatischen Bedingungen, sondern auch der Innovationsgeist ihres Gründers. Aus einem seit Generationen im Puschlav verwurzelten Bauernbetrieb ist ein stattliches Unternehmen geworden. Doch trotz des Wachstums sind die Rasellis tief mit dem Tal verbunden geblieben. Mit ihrem Hotel, den hochwertigen Kräuterprodukten und den vielfältigen Agriturismo-Angeboten haben sie dazu beigetragen, das Puschlav als einzigartiges und überraschendes Reiseziel bekannt zu machen.

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See und Feld
Ein Mann kniet auf einem üppigen Feld und hält eine junge grüne Pflanze vor einer Bergkulisse.
Nahaufnahme von leuchtend grünen Blättern, die mit Wassertropfen verziert sind.

Ein Leben für die Kräuter  

Heute werden auf den Kräuterfeldern der Rasellis 13 verschiedene Kräuter kultiviert. Hinzu kommen Gewürze und essbare Blüten. Insgesamt baut die Raselli Erboristeria Biologica rund 30 Pflanzenarten an. „Als mein Onkel 1981 mit dem Kräuteranbau begann, erntete er gerade mal 450 Kilogramm; heute übersteigt unser Ertrag 40 Tonnen pro Jahr“, erzählt Fabrizio Raselli. Sein Onkel Reto war ein Pionier im Kräuteranbau, der weit über das Puschlav hinaus Bekanntheit erlangte. Reto Raselli erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit und war fast 40 Jahre lang Präsident der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Kräuteranbaus im Berggebiet.

Hände pflücken Kräuter

Langjährige Partnerschaft mit Ricola 

Die Raselli Erboristeria Biologica liefert Malve, Salbei und Frauenmantel nach Laufen. „Ricola ist seit über 40 Jahren unser Geschäftspartner. Ohne diese Zusammenarbeit hätte sich unser Unternehmen in den Anfangsjahren wohl kaum so erfolgreich entwickelt“, erinnert sich Reto Raselli. Fabrizio ergänzt: „Unser biologischer Kräuteranbau und das Val Poschiavo mit seiner Positionierung als Smart Valley Bio – das passt perfekt zusammen.“ Als Biobauern denken die Rasellis in Kreisläufen: Der Dünger für die Kräuterfelder stammt aus den eigenen Ställen, in denen Rinder, Schweine, Ziegen, Hühner und Enten leben. Demnächst nimmt Fabrizio eine neue, solarbetriebene Kräutertrocknungsanlage in Betrieb. „Wir wollen so energie- und arbeitseffizient effizient wie möglich produzieren“, betont er.

Kräuterbauer Raselli

Wissen teilen und weitergeben 

Wenn die Rasellis über ihre Felder gehen, um Wachstum und Qualität der Kräuter zu prüfen, erkennen sie auch die Herausforderungen. „Das Wetter in unserem Tal wird eher unberechenbarer, und Schädlinge bereiten Probleme. Diese Faktoren nehmen wir sehr ernst“, erklärt Fabrizio. Doch die Rasellis haben schon immer über den Alltag auf dem Hof hinausgeblickt. Für sie sind die Felder nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch ein Ort des Lernens und des Austauschs. „Wir öffnen unsere Türen für Besucherinnen und Besucher und bieten Führungen an“, erläutert Fabrizio. „Wir möchten altes Kräuterwissen bewahren und die Menschen inspirieren, sich wieder der Natur zuzuwenden. Es gibt kaum einen besseren Ort dafür als unser wunderschönes Tal.“

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Eine Hand, die eine Malvenblüte hält.
Ein Bauer inspiziert ein Feld.
Trocknungsanlage Raselli.

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